FAQ: Strom- und Wärmepreisbremse

Antworten auf Ihre Fragen

Die Energie-Beschaffungspreise sind 2022 stark gestiegen und haben in der Folge zu höheren Strom- und Wärmepreisen für Endverbraucher geführt. Um die Auswirkung für alle Bürger*innen in einem verträglicheren Rahmen zu halten, hat die Bundesregierung Preisbremsen beschlossen. Diese legen für Strom und Wärme einen maximalen Arbeitspreis fest, der ab dem 1. Januar 2023 greift und natürlich auch für Kund*innen der Stadtwerke Flensburg gilt.

Auf dieser Seite haben wir Antworten auf häufig gestellte Fragen zu den Preisbremsen zusammengestellt. Sollten Fragen offenbleiben, steht Ihnen unser Service-Center gern mit Rat und Tat zur Seite. Wir bitten jedoch um Verständnis, dass die Beantwortung aktuell leider etwas länger als gewöhnlich dauern kann.

Allgemeine Fragen zu Preisbremsen & Energiekosten

  • Warum habe ich mit der Abrechnung eine neue Abschlagshöhe ohne Preisbremse mitgeteilt bekommen?

    Die Bundesregierung hat in ihrer Gesetzesgrundlage vorgesehen, dass auf Grund dieser bekannten technischen Hürden die Energiepreisbremsen erst im März 2023 rückwirkend für die Monate Januar und Februar 2023 angewendet werden dürfen.  Aus diesem Grund werden wir die Höhe Ihrer Abschläge im März erneut anpassen und Ihnen dann einen neuen Abschlagsplan zusenden.

  • Muss ich meinen monatlichen Abschlag entsprechend der Preisbremse selbst anpassen?

    Es ist vorgesehen, dass der Energieversorger mit der Strom- und Gaspreisbremse ab 01. März 2023 direkt den monatlichen Abschlag anpasst. Über Ihre neue Abschlagszahlung werden Sie in einem Schreiben informiert. Darüber hinaus finden Sie diese nach der Umstellung auch unter „Meine Zahlungen“ in Ihrem Kundenkonto.

  • Warum werden mit den Preisbremsen für Strom, Gas und Wärme nur 80 % gedeckelt und nicht 100 %?

    Grundsätzlich sind alle Bürger*innen sowie Unternehmen angehalten, Energie einzusparen, um möglichst lange mit den vorhandenen Mengen an Brennstoffen wie Gas und Kohle auszukommen. Mit dem Angebot der Preisbremse auf 80 % des Verbrauchs wird somit ein Anreiz geschaffen, gemeinsam Energie zu sparen und gleichzeitig die eigenen Kosten in einem verträglicheren Rahmen zu halten.

  • Worauf beziehen sich die 80 % der Strom-, Gas- und Wärmepreisbremse?

    Maßgeblich für die 80 % Ihres Strom- bzw. Gas- und Wärmeverbrauchs (bzw. 70 % im Falle von Unternehmen), die durch den Staat gedeckelt werden, ist Ihre sogenannte historische Verbrauchsmenge. Diese bezieht sich in der Regel auf Ihre Verbrauchsmenge aus dem Vorjahr. Ihre Verbrauchshistorie können Sie im Kundenportal unter „Meine Verträge“ einsehen.

  • Gibt es auch eine Preisbremse für den Grundpreis?

    Die Preisbremsen für Strom, Gas und Wärme beziehen sich grundsätzlich nur auf den Arbeitspreis.

    Lediglich bei unseren Fernwärmekunden in Flensburg und Langballig wird der fixe jährliche Grundpreis und der Bereitstellungspreis nicht erhöht und bleibt auf dem Niveau vom September 2022. Die Differenz zur Preisanpassung auf Basis der Preisgleitklausel, die ab 1. Januar 2023 für Fernwärme gilt, übernehmen die Stadtwerke Flensburg und nicht der Staat

  • Welche Preise gelten jenseits des gedeckelten Strom- und Wärmeverbrauchs?

    Oberhalb der rabattierten 80 % (bzw. 70 % im Falle von Unternehmen) fallen die üblichen Preise für Strom, Erdgas und Fernwärme an. Es lohnt sich also weiterhin, Energie zu sparen. Wie hoch der aktuelle Arbeitspreis für Strom, Erdgas und Fernwärme in Ihrem Fall ist, entnehmen Sie bitte unserer letzten postalischen Preismitteilug oder den Hinweisen im Kundenportal unter „Meine Verträge“.

  • Was passiert, wenn ich meine Strom- oder Heizkosten trotz Preisbremse nicht zahlen kann?

    Im ersten Schritt ist es sinnvoll, die Stadtwerke Flensburg zu kontaktieren, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

    Zusätzlich hat die Stadt Flensburg einen Härtefallfonds zur Vermeidung und Aufhebung von Sperren eingerichtet, an dem sich die Stadtwerke Flensburg im November 2022 mit einer einmaligen Spende in Höhe von 500.000 Euro beteiligt haben. Aus diesem Härtefallfonds können Schuldenberatungsstellen bei entsprechenden Voraussetzungen Mittel für Sie beantragen. Erklärtes Ziel ist es, Energiesperren bereits im Vorfeld zu vermeiden.

    Wenn Sie sich hierzu beraten lassen möchten, wenden Sie sich bitte direkt an eine der Beratungsstellen im Stadtgebiet. Wo sich diese befinden, erfahren Sie auf der Website der Stadt Flensburg unter https://www.flensburg.de/Aktuelles/Zusammen-auf-Energiesparkurs/Drohende-Stromsperre-/.  

  • Warum steigen die Energiepreise?

    Für die gestiegenen Energiepreise sind verschiedene Faktoren verantwortlich. Seit Mitte 2021 haben sich die Einkaufspreise für Energieversorger bei der langfristigen und kurzfristigen Beschaffung extrem verteuert (Termin- und Spotmarkt). Das lag unter anderem an einer steigenden Nachfrage nach Rohstoffen aufgrund der damaligen konjunkturellen Erholung nach der Corona-Krise. Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Embargo-Politik führen nach wie vor zu einer anhaltenden Anspannung der Preissituation auf allen Energiemärkten bei. Ein weiterer Preistreiber sind gestiegene Weltmarktpreise für Rohstoffe und CO2-Zertifikate.

    Einen interessanten Artikel zu diesem Thema mit dem Titel „Energiepreise: Roulette oder plausible Gründe?“ finden Sie in unserem Blog.

  • Wieso wird mein Ökostrom teurer, obwohl der nichts mit der Beschaffung von fossilen Rohstoffen zu tun hat?

    Das Preisniveau für regenerativ erzeugten Strom orientiert sich ebenfalls an den Handels- und Börsenstrompreisen des regulären Strommarkts, so dass die kostensteigernden Einflüsse gleichfalls auf den Endkundenpreis in diesem Sektor durchschlagen. Grund ist der sogenannte Merit-Order-Effekt, bei dem das zuletzt zugeschaltete Kraftwerk den Preis bestimmt. Aufgrund der extremen Preissteigungen bei Erdgas führte dies auch im Strommarkt zu außergewöhnlich hohen Börsenpreisen, da Gaskraftwerke zur Lastdeckung benötigt werden und entsprechende Rohstoffpreise bei der Verstromung zu zahlen sind. Da bislang keine börsliche Unterscheidung von Öko- oder Graustrom stattfindet, gibt es im Regelfall keine unterschiedliche Preisbildung bei der Beschaffung von Öko- oder Graustrom. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an Vorschlägen auf europäischer Ebene mit dem Ziel eines neuen Strommarktdesigns

  • Wieso erhöht sich der Preis für Fernwärme?

    Bei der Erzeugung von Fernwärme werden auch Brennstoffe wie Erdgas und Steinkohle verwendet, wodurch deren Preisentwicklung einen Einfluss auf den Fernwärmepreis haben. Zudem sind die Beschaffungspreise für CO2-Zertifikate im europäischen Emissionshandel (EUA) gestiegen, die ebenfalls bei der Preiskalkulation der Fernwärmepreise eine Rolle spielen.

    Mehr zur Preisgleitklausel im Netzgebiet Flensburg erfahren Sie hier.

    Informationen zur Preisgleitklausel in Langballig gibt es hier.

FAQs Strompreisbremse

  • Wie funktioniert die Strompreisbremse für Haushalte?

    Die Strompreisbremse soll die steigenden Stromkosten für Verbraucher*innen abfedern. Sie deckelt den Arbeitspreis für Strom für Haushalte auf 40 Cent pro Kilowattstunde inkl. Mehrwertsteuer für 80 Prozent des bisherigen Verbrauchs.

    Das bedeutet im Klartext: Bei einem Arbeitspreis von beispielsweise 43,33 Cent/kWh zahlen Sie für 80 % des Jahresverbrauchs, den ihr Netzbetreiber im Monat September 2022 für Ihre Verbrauchsstelle prognostiziert hat, effektiv 40 Cent/kWh und der Staat übernimmt die Differenz von 3,33 Cent/kWh. Für den Strom, den Sie darüber hinaus verbrauchen, zahlen Sie die vollen 43,33 Cent/kWh.

    Der „bisherige“ Stromverbrauch entspricht dabei entweder dem durch Ihren lokalen Netzbetreiber für Sie prognostizierten Verbrauch oder Ihrem Verbrauch des Jahres 2021. Gibt es in Ihrem Fall keinen „bisherigen Verbrauch“ – zum Beispiel, weil Sie gerade in einen Neubau eingezogen sind – wird auf Basis einer Schätzregel berechnet.

  • Gibt es auch eine Strompreisbremse für Unternehmen?

    Ja, die Strompreisbremse entlastet auch Industrie und Gewerbe – abhängig vom Jahresverbrauch:

    • Für Kleingewerbe mit einem jährlichen Verbrauch von bis zu 30.000 Kilowattstunden gelten die gleichen Bedingungen wie für Privathaushalte, d. h. der gedeckelte Preis von 40 Cent/kWh für 80 % des Verbrauchs.
    • Für kleine und mittlere Unternehmen mit mehr als 30.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch liegt der Preisdeckel für Strom bei 13 Cent pro Kilowattstunde – hinzu kommen Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen. Dieser Rabatt gilt für 70 Prozent des historischen Verbrauchs der Unternehmen.
  • Ab wann und wie lange gilt die Strompreisbremse?

    Die Strompreisbremse gilt vom 1. März 2023 bis voraussichtlich 31. Dezember 2023. Im März werden Privathaushalte und Unternehmen darüber hinaus rückwirkend für die Monate Januar und Februar 2023 entlastet.

FAQ Wärmepreisbremse | Fernwärme

  • Wie werden Fernwärmekund*innen entlastet?

    Bei der Fernwärme greifen drei Maßnahmen:

    • Bereits zum 1. Oktober 2022 wurde die Mehrwertsteuer von 19 % auf 7 % reduziert.
    • Im Dezember 2022 übernahm der Bund die monatliche Abschlagszahlung.
    • Ab 1. März 2023 greift die Wärmepreisbremse, die auch rückwirkend für Januar und Februar 2023 gilt.
  • Wie funktioniert die Wärmepreisbremse bei Fernwärme?

    Für Fernwärme beläuft sich der gedeckelte Arbeitspreis auf 9,5 Cent je Kilowattstunde bzw. 95 Euro pro Megawattstunde für 80 Prozent des Jahresverbrauchs, den ihr Netzbetreiber im Monat September 2022 für Ihre Verbrauchsstelle prognostiziert hat. Die Differenz zum aktuellen Preis des Energieversorgers übernimmt der Bund. Für den darüberhinausgehenden Verbrauch gelten die regulären Arbeitspreise zum 1. Januar 2023.

    Der „bisherige“ Verbrauch entspricht dabei entweder dem durch Ihren lokalen Netzbetreiber für Sie prognostizierten Verbrauch oder Ihrem Verbrauch des Jahres 2021. Gibt es in Ihrem Fall keinen „bisherigen Verbrauch“ – zum Beispiel, weil Sie gerade in einen Neubau eingezogen sind – wird auf Basis einer Schätzregel berechnet.

    Im Vergleich: Für Erdgas beträgt der gedeckelte Preis für 80 % des Verbrauchs 12 Cent pro Kilowattstunde.

     

  • Ab wann und wie lange gilt die Gas- und Wärmepreisbremse?

    Die Gas- und Wärmepreisbremse gilt ab dem 1. März 2023 bis 31. Dezember 2023. Darüber hinaus werden Privathaushalte und Unternehmen mit einer Einmalzahlung rückwirkend für die Monate Januar und Februar 2023 entlastet. Alternativ werden die Abschlagszahlungen gar nicht erst abgebucht.

    Um den Zeitraum bis zur Preisbremse zu überbrücken, übernimmt der Staat im Dezember 2022 zudem den Abschlag für private Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen.

  • Greift die Preisgleitklausel, die im Netzgebiet Flensburg und in Langballig eingeführt wurde, trotz Wärmepreisbremse?

    Seit 1. November 2022 gilt im Fernwärmenetzgebiet Flensburg eine Preisgleitklausel für Fernwärme. In Langballig wurde diese zum 1. Januar 2023 eingeführt. Die Preisgleitklauseln ersetzen das bisherige Preissystem der Stadtwerke Flensburg. Sie werden für die Preiskalkulation der Fernwärmepreise ab 1. Januar 2023 im Flensburger und Langballiger Netzgebiet erstmals angewendet. Da die Wärmepreisbremse lediglich 80 % des Wärmeverbrauchs deckelt, den der Energieversorger im Monat September 2022 für Ihre Verbrauchsstelle prognostiziert hat, gelten für die Verbrauchsmengen, die Sie darüber hinaus in Anspruch nehmen, die unter Anwendung der Preisgleitklauseln kalkulierten Preise.

    Mehr zur Preisgleitklausel im Flensburger Netzgebiet erfahren Sie hier.

    Informationen rund um die Preisgleitklausel in Langballig gibt es hier.

  • Wie teuer wird Fernwärme 2023?

    Ihre neuen Fernwärmepreise entnehmen Sie entweder unserer postalischen Preismitteilung oder dem Menüpunkt „Meine Verträge“ in unserem Online-Kundenportal. Wählen Sie dort den Vertrag aus, für den Sie die Preise einsehen möchten. Sie sehen dann Ihren aktuellen Arbeits- und Grundpreis in der Übersicht. Alternativ finden Sie die Preise auch auf den jeweiligen Preisblättern untern den in der vorherigen Frage genannten Links. Auf diese Preise wird die Preisbremse des Bundes angewendet.

  • Wie hoch ist die Entlastung bei Fernwärme durch die Wärmepreisbremse?

    Wie genau sich die Wärmepreise auf Ihren Fernwärmepreis auswirkt, entnehmen Sie unserer postalischen Preismitteilung. Diese finden Sie auch im Online-Kundenportal unter „Meine Verträge“ zum Download.

FAQ Wärmepreisbremse | Erdgas

  • Wie werden Erdgaskunden entlastet?

    Bei der Gaspreisbremse greifen drei Maßnahmen:

    • Bereits zum 1. Oktober 2022 wurde die Mehrwertsteuer von 19 % auf 7 % reduziert.
    • Im Dezember 2022 übernahm der Bund die monatliche Abschlagszahlung.
    • Ab 1. März 2023 greift die Gaspreisbremse, die auch rückwirkend für Januar und Februar 2023 gilt.
  • Wie funktioniert die Gaspreisbremse?

    Der Erdgas-Arbeitspreis für Haushalte und kleine und mittlere Unternehmen, die im Jahr nicht mehr als 1,5 Mio. kWh Erdgas verbrauchen, wird ab 1. März 2023 für 80 Prozent des Jahresverbrauchs, den ihr Netzbetreiber im Monat September 2022 für Ihre Verbrauchsstelle prognostiziert hat, eine Deckelung von 12 Cent je Kilowattstunde inkl. Mehrwertsteuer gelten. Für den darüberhinausgehenden Verbrauch gelten die regulären Arbeitspreise.

  • Werden auch Großkunden entlastet?

    Ja. Großverbraucher ab einem Jahresverbrauch von 1,5 Mio. kWh erhalten ein Kontingent in Höhe von 70 Prozent ihres Erdgasverbrauchs zu einem garantierten Netto-Arbeitspreis von 7 Cent je Kilowattstunde. Das Kontingent wird bezogen auf den Jahresverbrauch im Jahr 2021.

  • Ab wann und wie lange gilt die Gas- und Wärmepreisbremse?

    Die Gas- und Wärmepreisbremse gilt ab dem 1. März 2023 bis 31. Dezember 2023. Darüber hinaus werden Privathaushalte und Unternehmen mit einer Einmalzahlung rückwirkend für die Monate Januar und Februar 2023 entlastet. Alternativ werden die Abschlagszahlungen gar nicht erst abgebucht.

    Um den Zeitraum bis zur Preisbremse zu überbrücken, übernimmt der Staat im Dezember 2022 zudem den Abschlag für private Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen.