01.10.2021

Beschaffungskosten mehr als verdoppelt - Stadtwerke müssen Fernwärmepreise anpassen

Die Stadtwerke Flensburg benötigen für die Produktion von Energie unter anderem Erdgas, Kohle und CO2-Zertifikate. Deren Preise an den Beschaffungsmärkten haben sich seit Oktober letzten Jahres mehr als verdoppelt. Einen derart hohen Kosten-Sprung nach oben führt dazu, dass die Stadtwerke zum 01. November 2021 ihre Preise für Fernwärme anpassen müssen.

Zum Jahresanfang 2021 konnten die Stadtwerke ihre Preise noch auf dem Niveau des Vorjahres halten und haben diese nicht erhöht. Das ist jetzt nicht mehr möglich, denn die Preise auf den Rohstoffmärkten sind förmlich explodiert. In den letzten 12 Monaten stiegen die Preise für Erdgas um rund 130 %, für Kohle um 70 % und für CO2-Zertifikate um 113 %. Das ist mehr als doppelt so viel wie noch im letzten Jahr. Für den CO2-Preis war das politisch gewollt und vorgesehen. Die Erklärung für die hohen Rohstoffpreise ist etwas komplexer, vielfältiger und auch für Experten nicht eindeutig zu interpretieren.

Fakt ist: Die Märkte sind seit einigen Monaten extrem nervös und volatil. Die sehr hohen Preise für Erdgas (LNG), die seit Monaten in Asien aufgerufen und auch bezahlt werden, tragen sicher auch zu den insgesamt hohen Gaspreisen in Europa bei. Die Kohlepreise steigen ebenfalls wohl auch aufgrund hoher Nachfrage. In Deutschland war Kohle wegen der vergleichsweise geringen Produktion aus der erneuerbaren Windenergie im ersten Halbjahr Hauptbrennstoff der Stromproduktion. Zu der prekären Marktsituation tragen weiter die niedrigen Speicherfüllstände in Europa und die Unsicherheit über russische Lieferungen insbesondere über die neue Leitung Nordstream 2 bei. Dazu Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg: „Einen erheblichen Teil der mehr als doppelt so hohen Beschaffungskosten konnten wir durch Optimierungen und Einsparungen an anderer Stelle ausgleichen.“

Obwohl die Stadtwerke so einen hohen Teil der Kostensteigerung übernommen haben, ist eine Anpassung des Fernwärmepreises zum 01. November 2021 um durchschnittlich 12,8 % pro Jahr an das gestiegene Beschaffungspreisniveau unumgänglich. Das macht bei einer Wohnung 7 Euro pro Monat und bei einem Haus 26 Euro pro Monat aus.

Cris Wallendorf, Vertriebsleiter der Stadtwerke, gibt einen Ausblick auf das nächste Jahr: „Die Beschaffungsmärkt sind aktuell sehr dynamisch und die Situation für 2022 ist zurzeit kaum vorhersehbar. Aber wir prüfen und bewerten dies regelmäßig und wenn sich etwas signifikant verbessern sollte, werden wir das berücksichtigen und an unsere Kunden weitergeben.“

Aufnahme einer Preistabelle.