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Thermografie-Überfliegung von Fernwärmeleitungen erfolgreich – Schäden gefunden

In den Nächten vom 15. bis 17. Februar drehte ab 21:00 Uhr ein Flugzeug mit einer speziellen Thermokamera seine Runden über Flensburg, Glücksburg und Harrislee. Die Mission: Das Fernwärmenetz der Stadtwerke überprüfen und vermeintliche Lecks in den Leitungen aufspüren.

Jetzt liegt die erste Auswertung der Thermografieaufnahmen vor, die sechs vorher nicht bekannte Lecks an den Fernwärmeleitungen zeigt. Die Schäden sind auf den Fotos deutlich an der unterschiedlichen Farbe zu erkennen. Grün und blau heißt: Alles in Ordnung. Rot bedeutet: Hier müssen die Stadtwerke nachbessern. Denn dort ist es wärmer als in der näheren Umgebung. Ein möglicher Hinweis darauf, dass heißes Fernwärmewasser austritt und den Boden erwärmt.

„Ich bin froh, dass wir die Überfliegung noch diesen Winter geschafft haben. Eigentlich wollten wir im Januar starten, aber das Wetter spielte nicht mit. Um verwertbare Ergebnisse zu erhalten, brauchen wir kalte und klare Nächte – und das passte erst wieder im Februar. Auch musste unser Pilot zweimal los. Da er mit dem Flugzeug angereist war, hatte er schon einen Teil seiner maximal erlaubten Flugzeit aufgebraucht und konnte am ersten Abend nicht das ganze Stadtgebiet schaffen. Die zweite Nacht konnte er dann komplett nutzen, um die Stadt vollständig zu überfliegen,“ erläutert Ulf Rieck-Blankenburg, der die Überfliegungen bei den Stadtwerken bereits zum dritten Mal organisiert und koordiniert. 

Neben der Thermografieüberfliegung nutzen die Stadtwerke weitere Möglichkeiten, um Schäden in ihren Leitungen auf die Schliche zu kommen und Wasser- und Wärmeverluste zu vermeiden. So ist ein Stadtwerke-Fahrzeug mit einer Thermobildkamera auf dem Dach ausgestattet, mit dem Stadtwerke-Mitarbeiter regelmäßig das Stadtgebiet in den Abend- oder Nachtstunden abfahren. Das funktioniert genau wie beim Überfliegen nur bei niedrigen Temperaturen, da nur dann die Kamera Temperaturdifferenzen erkennen kann. Zusätzlich werden bei der Handthermographie „verdächtige“ Leitungen mit einer Thermokamera in der Hand zu Fuß abgelaufen. 

Ergänzend sammeln die Stadtwerke Informationen zu Schäden aus ihrem Netz, wenn z. B. Fernwärmewasser in einen Schacht eintritt oder eine Fernwärme-Station ein ungewöhnliches Ereignis meldet. Zeigt sich so eine auffällige Leitung, wird sie überprüft und, wenn notwendig, repariert.

„Zur Überfliegung gibt es keine Alternative“, sagt Carsten Schreiben, Techniker aus dem Fernwärmenetz, der auch mit dem Thermografie-Auto unterwegs ist. „Mit dem Flugzeug können wir mit einer Aktion das gesamte Stadtgebiet abdecken und erreichen Stellen, an die wir mit dem Thermo-Auto nicht hinkommen. Das ist sehr schön auf dem Foto zu erkennen. Den roten Hot-spot beim Museum, der auf einen Austritt von Fernwärmewasser hindeutet, hätte ich mit der Thermobildkamera auf dem Auto nicht erkannt, da er zu weit von der Straße entfernt liegt.“

In Summe sind die Aktivitäten der Stadtwerke zur Verringerung von Wärmeverlusten sehr erfolgreich und die Verluste im Netz konnten deutlich reduziert werden. Lecks wurden frühzeitig repariert bevor ein größerer Schaden entstand und längere Unterbrechungen der Wärmeversorgung konnten vermieden werden.

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