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Flensburg atomstromfrei

Eine Stadt ist ausgestiegen

Seit Mitte 2012 versorgen die Stadtwerke alle Stromkunden im Flensburger Raum, unabhängig von ihrem jeweiligen Versorgungsvertrag, ausschließlich mit kernkraftfreiem Strom.

Das Flensburger Heizkraftwerk produziert über das Jahr betrachtet eigentlich genügend Strom in umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung, um damit alle Flensburger Kunden zu versorgen. Die Stadtwerke fahren ihr Kraftwerk jedoch nach dem Flensburger Wärmebedarf. Und da Wärme und Strom in einem gemeinsamen Prozess erzeugt werden, hängt die produzierte Strommenge von der produzierten Wärmemenge ab. 

Im Winter wird viel Wärme und damit viel Strom erzeugt - sogar mehr als Flensburg benötigt. Der überschüssige Strom wird an der Strombörse verkauft. Im Sommer dagegen wird wenig Wärme und damit weniger Strom produziert. Dann müssen die Stadtwerke Strom an der Strombörse hinzukaufen. Das war bisher „Graustrom“, ein Mix aus allen Stromarten mit bis zu 26 % Atomenergie, aus dem sich der bisherige Flensburger Atomstromanteil errechnete. Das ist jetzt passé. Die Stadtwerke beziehen, wenn sie selbst nicht genügend Strom für Kunden produzieren, regenerativen, grünen Strom aus Wasserkraft von einem dänischen Stromlieferanten, der entsprechende Herkunftsnachweise aus norwegischen Wasserkraftwerken erbringt. Allein auf kernkraftfreien Strom konnten die Stadtwerke nicht zurückgreifen, denn „nur“ atomstromfreien Strom kann man nicht einkaufen, es gibt nur „komplett grün“ oder „grau“.

„Mit dem atomstromfreien Stromangebot wollen wir etwas für die Region, für die Umwelt und damit auch für das Gewissen unserer Kunden tun“, sagt Maik Render, Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg. Eine Umfrage bei Flensburger Haushalten bestätigt, dass Dreiviertel der Befragten die Umstellung auf Atomstromfreiheit für wichtig halten.

Mit der Überwachung haben die Stadtwerke den TÜV-Nord beauftragt, der die Atomstromfreiheit mit einem TÜV-Testat bestätigt.

Mit der Übernahme der Stromkonzession Harrislee wurden auch Harrisleer Firmen- und Privatkunden der Stadtwerke „atomstromfrei“.

Für das ganze Jahr werden voraussichtlich 65 Millionen Kilowattstunden Strom eingekauft. Das verursacht zusätzliche Kosten, die jedoch nicht an die Kunden weitergereicht, sondern von den Stadtwerken getragen werden.