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Kraft-Wärme-Kopplung

Kraft-Wärme-Kopplung|Umweltschonende Erzeugung

Rund 63.000 Privat- und Geschäftskunden in Flensburg, Harrislee, Glücksburg Tastrup, Wees und der dänischen Grenzgemeinde Padborg werden von den Stadtwerken Flensburg mit Fernwärme versorgt. Ähnlich verhält es sich bei Strom (der aber nicht nach Dänemark geliefert wird).
98% aller Flensburger beziehen ihre Wärme aus dem zentralen Kraftwerk der Stadtwerke Flensburg. Eine der höchsten Abdeckungsdichten für eine zentrale Wärmeversorgung weltweit. Individuelle Öl- oder Gasheizungen existieren in Flensburg so gut wie nicht.

Hoher Wirkungsgrad

Alle reden heute über Energieeffizienz, die Stadtwerke Flensburg machen das schon seit 1979. Wir produzieren in unserem Heizkraftwerk direkt an der Flensburger Förde Strom und Fernwärme in umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Dabei werden Strom und Fernwärme gemeinsam in einem gekoppelten Prozess erzeugt. Der Wirkungsgrad des Kraftwerks liegt bei über 80 % (siehe Grafik), da nur sehr wenig ungenutzte Abwärme entsteht. Aufgrund des hohen Wirkungsgrades ist die KWK als umweltschonend anerkannt. Man benötigt dadurch im Flensburger Heizkraftwerke für die gleiche Menge erzeugte Energie viel weniger Brennstoffe als in herkömmlichen Kraftwerken.

Moderne Wirbelschichtkessel

Die Stadtwerke verfügen in ihrem Kraftwerk über insgesamt sechs Kessel. Dabei erzeugen drei Wirbelschichtkessel ca. 85 % der gesamten Fernwärme. Bis zum Jahr 2007 haben die Stadtwerke ausschließlich Steinkohle eingesetzt. Hauptziel und Strategie des Unternehmens ist das Erreichen einer CO2-neutralen Erzeugung bis zum Jahr 2050. Dies soll unter anderem durch den Einsatz von CO2-neutralen Brennstoffen erreicht werden. Deswegen werden heute schon  zusätzlich zu Steinkohle Ersatzbrennstoffe (EBS) (die zu ca. 50 % aus regenerativen Anteilen bestehen), sowie Holzhackschnitzel (HHS) zur Energierzeugung eingesetzt.

In den Wirbelschichtkesseln wird der zerkleinerte Brennstoff mit Kalkstein vermischt in einen Kessel eingeblasen, von unten her mit eingeblasener Luft verwirbelt und verbrannt. Mit dieser Technik wird der hohe Wirkungsgrad erzielt. Die bei der Verbrennung entstehende Wärme erhitzt Wasser bis Dampf daraus entsteht. Dieser     Hochdruckdampf (92 bar) treibt mit sehr hoher Temperatur (530°C) eine Turbine mit einem gekoppelten Generator zur Stromerzeugung an. Anschließend wird der Dampf in einen Wärmetauscher geleitet, in dem das Wasser für die Flensburger Fernwärme erhitzt wird. Dieses Wasser wird mit  bis zu. 125° C (im Winter) und 15 bar in das Wärmenetz geleitet, um die Flensburger Haushalte mit Wärme zu versorgen.

Effektive Filter

Die Stadtwerke verfügen allein für die großen Wirbelschichtkessel über insgesamt drei Filteranlagen, die deren Emissionen filtern. Diese Anlagen verfügen über jeweils 1.600 Schläuche, von denen jeder sechs Meter lang ist. Zusätzliche Filter, die die Reinigungsleistung weiter erhöhen, finden sich im eigentlichen Prozess. So erfolgt eine Entschwefelung direkt in den Wirbelschichten und die Stickstoff (NOx)-Emissionen werden durch ein vergleichsweise niedriges Temperaturniveau gering gehalten.

Die Summe aller Filteranlagen im Kraftwerk der Stadtwerke Flensburg beträgt ebenfalls sechs.

Die Filterstäube aus den Elektrofiltern werden in der Zementindustrie eingesetzt. Die Stäube aus den Gewebefiltern werden in speziellen, dafür geeigneten Bergwerken eingelagert.

Wärmespeicher erhöhen Effektivität

Wie bei einem PKW auch arbeitet ein Kraftwerk bzw. ein Kessel am effektivsten, wenn es/er nicht "beschleunigt" oder "abgebremst", sondern konstant gefahren wird. Leider ist dies in der Praxis kaum möglich, da es an jedem Tag Verbrauchsspitzen gibt, an denen mehr Energie verbraucht wird und Verbrauchssenken, an denen das Kraftwerk kaum Energie produzieren müsste. Aus diesem Grund verfügen die Stadtwerke über einen großen Wärmespeicher, in dem sich  29.300 m³ heißes Wasser befinden, mit dem die Verbrauchsspitzen zum Teil abgedeckt werden können. So kann das Kraftwerk effektiver und letztendlich auch umweltschonender betrieben werden.

Lange Leitung(en)

In Flensburg sind 98% aller Haushalte an die Fernwärme der Stadtwerke Flensburg angeschlossen. Auch die ca. 12 km entfernte Nachbargemeinde Glücksburg sowie das dänische Padborg werden grenzüberschreitend mit Flensburger Fernewärme versorgt. Aus diesem Grund ist das Fernwärme-Netz in Relation zu Größe der Stadt relativ groß.
Das Strom- und Wasserleitungsnetz für nahezu alle Flensburger wird ebenfalls von den Stadtwerken betrieben.