Energie direkt von der Küste

Energie direkt von der Küste

Unser Ding, Ihr Strom!

Erzeugung von Fernwärme

Die Energieerzeugungsanlage Tarp

Die Gemeinde Tarp wird seit 2011 zum Teil durch die Stadtwerke Flensburg mit Fernwärme versorgt. Um die Versorgung sicherzustellen, wurde am Ortsrand eine seperate Energieerzeugungsanlage errichtet, welche in umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung Wärme produziert. Für die Verteilung der Fernwärme mussten Fernwärmerohre und Hausanschlussleitungen verlegt werden, welche optimal gegen Wärmeverluste gedämmt sind.

Eine ausführliche Darstellung zu der Planung, dem Standort sowie der Verteilung und dem Umweltschutz finden Sie hier:

1. Allgemeine und technische Angaben zum Vorhaben

Die Stadtwerke Flensburg versorgen bereits seit Oktober 2011 Teile der Gemeinde Tarp mit Fernwärme. Diese Wärmeversorgung bietet zur herkömmlichen Gebäudewärmeversorgung auf der Basis von Heizöl und Erdgas eine zusätzliche Alternative, um zukünftig stabilere und günstigere Preise zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wird seit Mitte 2010 in Tarp ein Fernwärmenetz abschnittsweise ausgebaut. Zur Versorgung des Netzes mit Wärme wurde am Ortsrand eine Energieerzeugungsanlage, eine so genannte Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (abgekürzt KWK-Anlage) errichtet.

Die KWK-Anlagebesteht aus den folgenden drei Erzeugungseinheiten:

Wärmegrundlasterzeugung, bestehend aus einem Blockheizkraftwerk (abgekürzt BHKW), das gleichzeitig "grünen" Strom und Wärme für das Tarper Wärmenetz erzeugt. Das hierfür notwendige Brenngas ist Bio-Methan, das umweltfreundlich aus nachwachsenden Rohstoffen, sogenannter Biomasse gewonnen wird.
Die Leistung dieser Erzeugungseinheit beträgt ca. 2.000 kW für elektrischen Strom und ca. 2.200 kW für die gleichzeitig erzeugte, nutzbare Wärme. Bei einer jährlichen Betriebszeit von 8.000 Stunden kann die Anlage ca. 16 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom und 17,6 Millionen Kilowattstunden (kWh) Wärme aus biogenen Brennstoffen erzeugen.

Wärmemittellasterzeugung, bestehend aus einem Holzheizkessel, der Warmwasser für die Wärmeeinspeisung ins Tarper Wärmenetz erzeugt. Die Brennstoffe hierfür sind Holzhackschnitzel und Holz aus der Landschaftspflege. Die Leistung dieser Erzeugungseinheit beträgt 3.000 kW für die erzeugte Wärme zur Einspeisung ins Tarper Wärmenetz. Bei einer jährlichen Mittellastbetriebszeit von ca. 4.000 Stunden kann dieser Heizkessel 12 Millionen Kilowattstunden (kWh) Wärme aus Holz erzeugen.

Wärmespitzenlasterzeugung, bestehend aus einem Warmwasserkessel, der aufgrund seiner sehr kurzen Jahresbetriebszeit von weniger als 500 Stunden mit Heizöl betrieben wird.Die Leistung dieser Erzeugungseinheit beträgt 3.000 kW für die erzeugte Wärme zur Einspeisung ins Tarper Wärmenetz. Bei der jährlichen Spitzenlastbetriebszeit von ca. 500 Stunden kann dieser Heizkessel ca. 1,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) Wärme erzeugen.

2. Standort und Zweck des Vorhabens

Der Standort der beschriebenen Energieerzeugungsanlage befindet sich im Gewerbegebiet im Norden von Tarp, schräg gegenüber der Firma TRIXIE Heimtierbedarf GmbH & Co KG bzw. gegenüber der Firma Harry-Brot GmbH. Die Zufahrt erfolgt von der Industriestraße.

Durch die Lage am Ortsrand entstehen keine Verkehrsbelastungen des Ortskerns und der Wohngebiete von Tarp. Die Holzanlieferungen erfolgen per LKW, von der Autobahn her kommend. Wir rechnen hierbei im Zeitraum Herbst bis Frühjahr mit maximal 1 bis 2 LKW pro Tag, im Zeitraum von Montag bis Freitag, in der Tageszeit.

Der vorrangige Zweck der Energieerzeugungsanlage ist die Fernwärmeversorgung der Gemeinde Tarp. Gemäß dem aktuellen Planungsstand werden innerhalb der nächsten vier Jahre über 600 Haushalte mit Wärme beliefert, die vorwiegend aus umweltfreundlichen Brennstoffen, die auf nachwachsenden Rohstoffen basieren, hergestellt wird. Da die für die Versorgung benötigte Grundlastwärme in Kraft-Wärme-Kopplung produziert wird, entsteht neben der Fernwärme zusätzlich "grüner" elektrischer Strom. Dieser Strom wird in das örtliche Netz eingespeist und kann zukünftig jährlich ca. 3.200 Drei-Personen-Haushalte mit CO2 –freier elektrischer Energie versorgen. Hierdurch könnten rund 7.000 Tonnen CO2 -Immissionen aus konventionellen, mit fossilen Brennstoffen betriebenen, Kraftwerken eingespart werden.

3. Verteilung von Fernwärme

Die Infrastruktur für eine Fernwärmeversorgung ist innovativ aber kostenintensiv: In Tarp werden dafür ca. 38 Kilometer optimal gegen Wärmeverluste gedämmtes Fernwärmerohr und bis zu 20 Kilometer Hausanschlussleitungen unterirdisch verlegt. Die Stadtwerke Flensburg unterstreichen mit dem Aufbau der Infrastruktur ihre regionale Verbundenheit zu Bürgern und Gemeinden.

Das Fernwärmenetz wird ganzjährig betrieben und liefert auch dem entferntesten Tarper Kunden kontinuierlich heißes Wasser für die Heizung und die Warmwasserbereitung. In Tarp wird die Leitung, beginnend am Heizkraftwerk in der Industriestraße, bis zu jedem einzelnen Abnehmer geführt. Die gesamte Maßnahme ist in vier große Bauabschnitte aufgeteilt und erstreckt sich über den ganzen Ort. Jeder Kunde wird über eine Wärmetauscherstation an die Fernwärmeversorgung angeschlossen. Das Heizwasser aus dem Versorgungsnetz wird so nicht mit dem Heizwasser des Kunden vermischt. Die Wärmetauscherstation ersetzt die alte Kesselanlage, ist aber viel kleiner und braucht keinen Schornstein. Das abgekühlte Fernwärmewasser fließt zurück in das Heizkraftwerk - ein Kreislauf, der so lange bestehen bleibt, wie Wärme beim Kunden benötigt wird.

4. Umweltschutz durch Fernwärme

Die Tarper Fernwärme aus erneuerbaren Energien ist energieeffizient und ökonomisch

Kraft-Wärme-Kopplung bedeutet, Strom und Fernwärme gleichzeitig zu produzieren. Dadurch kann der eingesetzte Brennstoff optimal genutzt werden – ein effizientes und Ressourcen sparendes Prinzip. Und das Beste daran: Unser Brennstoff ist als nachwachsender Rohstoff nicht nur zukunftssicher, sondern vor allem CO2-neutral. So ist unsere Fernwärme ein rundum ökologisch sinnvolles Produkt, das Mensch und Natur zu Gute kommt.

Vereinfacht dargestellt wird zur Versorgung einer Tarper Immobilie zurzeit ein Stück Kohle für die Erzeugung von 1 kWh Strom in einem Kraftwerk in Deutschland und eine bestimmte Menge Heizöl, Erdgas oder Strom für die Erzeugung von 1 kWh Wärme in der hauseigenen Heizungsanlage verbraucht. Schließt man diese Immobilie nun an die Tarper Fernwärme an, so benötigt man nur noch das eine Stück Kohle oder die äquivalente Menge eines anderen Brennstoffs. Die bei der Erzeugung der 1 kWh Strom entstehende 1 kWh Wärme wird durch die KWK-Technologie im Biomasseheizkraftwerk Tarp über das Fernwärmenetz zur Beheizung der Tarper Immobilie benutzt. Somit wird das komplette CO2 aus der Verbrennung der hauseigenen Heizungsanlage vermieden.

Zusätzlich setzen die Stadtwerke Flensburg in Tarp auf regenerative Energietechnik. Die eingesetzte Biomasse setzt bei der Strom- und Wärmeproduktion nur soviel CO2 frei, wie die Pflanzen zuvor bei der sogenannten Photosynthese aus der Luft aufgenommen haben. Der Kreislauf ist somit geschlossen und die Energiewandlung CO2-neutral. Die Umwelt profitiert also doppelt!

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