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KWKplus

Projekt KWKplus (2004-2008)|1. Meilenstein CO2-neutrales Kraftwerk

Das mit einem Gesamtwirkungsgrad von mehr als 80 % hoch effiziente Heizkraftwerk der Stadtwerke Flensburg GmbH wird seit mehreren Jahrzehnten in umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung betrieben. Mit der erzeugten Fernwärme werden 98 % der Stadt und Region Flensburg versorgt, die 110.000 Einwohner umfasst.

Erste Schritte zur CO2-Neutralität

Das in Kraftwärme-Kopplung betriebene Heizkraftwerk der Stadtwerke Flensburg

Im ersten Schritt zum CO2-neutralen Heizkraftwerk sind in den Jahren 2004 bis 2008 im Rahmen des Projekts "KWKplus" Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen von mehr als 60 Mio. Euro durchgeführt worden, die den Einsatz von bis zu 25 % Ersatzbrennstoffen (EBS - sortierte und qualitätsgeprüfte Gewerbeabfälle mit einem biogenen Anteil von 60%) und von Holzhackschnitzel (HHS) ermöglicht haben. Hierbei sind die bestehenden drei Wirbelschichtkessel, die 85 % der jährlichen Nutzenergie erzeugen, modifiziert und durch modernste Filteranlagen ergänzt worden.

Seit 2006 hat der EBS-Probebetrieb stattgefunden, seit Mitte 2008 arbeitet die neue EBS-Anlage, die ebenfalls im Rahmen des KWKplus-Projektes errichtet wurde, im Regelbetrieb. Der maximale EBS-Anteil an der Feuerungswärmeleistung (FWL) beträgt 25 %.

Neue Filter sorgen für reine Luft

Die im Zuge der EBS-Umstellung installierten Gewebefilteranlagen hinter den drei Wirbelschichtkesseln reduzieren die Emissionen in erheblichem Umfang. Der Gesamtstaubgrenzwert von 20 mg/Nm³, den die Stadtwerke Flensburg für sich freiwillig auf 10 mg/Nm³ reduziert haben, wird deutlich unterschritten: Die tatsächlichen Emissionen betragen unter 1 mg/Nm³. Hier finden Sie aktuelle Emissionstabellen (bitte verlinken).

Besonders vor dem Hintergrund der EU-Feinstaub-Richtlinie lässt sich erkennen, dass eine gekoppelte Wärmeerzeugung in größeren Heizkraftwerken gegenüber kleineren, dezentralen Hausanlagen in Bezug auf die Emissionswerte entscheidende Vorteile hat.

Bisherige Erkenntnisse aus der Holz-Mitverbrennung

Montage der leistungsstarken Gewebefilter-Anlage der Stadtwerke Flensburg im Jahr 2006.

Seit Herbst 2008 wird in einem der drei Wirbelschichtkessel probeweise Holz in Form von Holzhackschnitzeln (HHS) zusammen mit Steinkohle und EBS mitverbrannt.  

Aufgrund der derzeitigen Marktpreise für Steinkohle, CO2-Emissionen und Holz würden sich ohne eine politische Förderung für die Stadtwerke erhebliche Brennstoffmehrkosten durch den Einsatz von Holzhackschnitzeln ergeben. Dies hält die Stadtwerke Flensburg aber nicht von ihrem Ziel und der Vision im Rahmen ihres „greenCO2ncept“ (bitte verlinken) ab, Steinkohle zunächst durch Ersatzbrennstoffe und Holzhackschnitzel und bis 2050 komplett durch erneuerbare Energieträger zu ersetzen.

Die Gas- und Dampfturbinen-Anlage, die durch Beschluss der Aufsichts- und Gesellschaftergremien im Sommer 2011 ab 2016 die Kohlekessel 7 und 8 ersetzen soll, ist eine Zwischentechnologie auf dem Weg dorthin.

Fazit

Durch das Projekt KWKplus und die andauernden Instandhaltungsmaßnahmen im Heizkraftwerk Flensburg konnten die Feinstaub-Emissionen erheblich und durch den nunmehr möglichen Einsatz von Ersatzbrennstoffen und Biomasse auch der CO2-Ausstoß spürbar gesenkt werden.